Kann man gleichzeitig Projektmanager UND Ausführender sein?

Aus gegebenem Anlass möchte ich heute ein wenig über meine Erfahrungen berichten, was es bedeutet an der PM- und an der Umsetzungs-Front gleichzeitig kämpfen zu müssen…

Die Antwort auf die Frage “Kann man gleichzeitig Projektmanager UND Ausführender sein?” lautet wie so oft: “Kommt drauf an!”

Nun, worauf kommt es an. Mehrere Faktoren eines Projektes spielen meiner Meinung nach dabei eine Rolle:

1) Wie lange dauert das Projekt?

Ist für ein Projekt eine Durchlaufzeit länger als 3 Monate vorgesehen wird es für den Ausführenden zunehmend schwieriger seinen PM-Pflichten nachzukommen und den Zeithorizont im Auge zu behalten sowie gegebenenfalls korrektive Maßnahmen zu ergreifen.
Ein typisches Merkmal eines PMs sollte sein, das große Ganze im Auge zu behalten und sich weniger um Detailfragen zu kümmern, was wiederum eher der Aufgabenstellung des Ausführenden entspricht.

2.) Wieviele Projektmitarbeiter sind beteiligt?

Sind mehrere Ausführende beteiligt liegt die geschätzte Grenze bei ca. 3 Beteiligten. Bei mehr Projekt-Mitarbeitenden wird es zunehmend schwieriger konsensfähig zu bleiben und ohne “Führung von außen” Entscheidungen zu treffen.

3) Wie viele Stakeholder sind beteiligt?

Muss der PM/Ausführende mit einer Vielzahl von Stakeholdern (Auftraggeber, Mitarbeiter beim Auftraggeber, technische Ansprechpartner, Berater, Lieferanten, andere Teams im eigenen Unternehmen, Verkauf) kommunizieren und sie koordinieren, dann bleibt für die eigentliche Umsetzungsarbeit keine Zeit mehr. Wichtige Gespräche müssen verschoben werden weil man gerade an einem kniffligen Problem arbeitet oder Abgabetermine für Teillösungen können wegen häufiger Arbeitsunterbrechungen nicht eingehalten werden.

Persönliches Fazit:

An obigen Kriterien gesehen ist mein derzeitiges Projekt für einen PM und Ausführenden in Personalunion eigentlich nicht machbar. Schätze, da muss ich etwas unternehmen…


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